Ferien stehen für Friede, Freude, Feiern. Zumindest im Idealfall. Ein paar Gedanken zum Sommer.
Oft reist der Stress mit und lauert in der einen oder anderen Gestalt auch fern von Heim und Arbeitsplatz. Das liegt nicht nur am Wetter, an überhöhten Erwartungen, Sonnenbränden und den kleinen und grösseren Stimmungskillern, die wir alle kennen. Es ist auch die logische Konsequenz davon, dass man überall nicht nur Freude, sondern auch Leid antrifft. Zumindest wenn die äussere und die innere Sonnenbrille nicht hundertprozentig blickdicht sind.
Ich habe mir schon oft gewünscht, dass es ein (möglichst winziges) Maximum für das Schwere gäbe in dieser Welt. Einen zugelassenen Höchstwert. Und dass der uns dazu ermutigen könnte, unsere alltäglichen Sorgen und Schmerzen leichter zu tragen – schliesslich wüsste man, dass dafür irgendwo auf dieser Welt jemand anderes gerade Linderung erführe. Das ist natürlich Nonsens. Diese hypothetischen globalen Grenzen wären eh längst überschritten. Und wir als Individuen kaum willens, uns auch nur eine Unze Unbill oder gar Unglück freiwillig aufzubürden.
Wem das zu düster ist für einen Sommergruss, dem sei der Umkehrschluss gegönnt. Wenn es keine Limite für die Summe des Leides gibt, dann gilt das vermutlich auch für die Freude. Ergo kann diese vergrössert werden. Mit jedem schönen Abend, mit jedem Augenblick der Heiterkeit, der Unbeschwertheit, der Grossherzigkeit und jeder Geste der Liebe.
So gibt es allenfalls ja doch eine kleine, menschenhirnkleine Formel hinter dem Ganzen: Wenn sich die Freude mehrt, verkleinert sich dadurch möglicherweise das Leid. Oder… eine Umdrehung weitergehofft, verlieren Menschen das Bedürfnis, andere zu beherrschen, zu unterdrücken, zu verletzen, zu vertreiben und zu quälen.
Ja, das ist vermutlich höchst utopisch gedacht. Von mir aus mag man auch naiv nennen. Aber zumindest ist es einen Versuch wert. Und so wünschen wir euch ganz freudige, stressarme Ferien, einen Sommer der Liebe und hoffen, euch mit den Hundstagen und dann mit dem neuen Programm ab September möglichst viel Freude zu bereiten. Gutschweizerisch gesagt: Nützt’s nüt, so schadt’s nüt. Gar nüt.
Drum: Mache!
Eure Millers, immer suchend, ab und zu findend und stets dankbar für euch!